Freiheit, ach Freiheit...
Vereintes Europa - geteiltes Gedächtnis
Hrsg. von Zsuzsa Breier u. Adolf Muschg
Wallstein 2011

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Ja, die Banane hat gefehlt und statt Rennpappe-Trabis wäre man gerne Golf gefahren. Und doch war es etwas anderes, das Osteuropa nach 40 Jahren kommunistischer Diktatur in die Demokratie katapultierte. Es war die Sehnsucht von Millionen Ostblockbürgern nach Freiheit, die auch 40 Jahre kommunistische Gewaltherrschaft nicht unterdrücken konnte. Der Sturz gelang 1989 - zu einem Zeitpunkt, als viele im Osten wie im Westen sich längst mit den kommunistischen Diktaturen und mit sowjetischer Fremdherrschaft arrangiert haben.
Für viele Außenstehende überraschend, für viele Beteiligte nur konsequent fiel der Eiserne Vorhang. Der Kommunismus hat sich aufgelöst, der Ostblock und das sowjetische Machtimperium zerfielen, Europäer vereinten sich in Freiheit und Demokratie.
Was ist 20 Jahre danach von dem beflügelnden Befreiungs- und Vereinigungsglück geblieben? Sind die Trümmer des gestürzten Systems aufgeräumt? Ist die Geschichte der kommunistischen Diktatur des Ostblocks erforscht, die Aktenlage bekannt, die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt, sind die Konsequenzen gezogen? Hat die Erfahrung des Ostblocks mit der kommunistischen Diktatur Eingang gefunden in das gegenwärtige Denken über Europa? Teilen Europäer, zwei Dekaden nach dem Ende der Teilung, ihre Geschichte? Was bedeuten Freiheit und Diktatur für diejenigen, die sie seit Kriegsende genießen und diejenigen, die erst nach dem Ende des Kalten Kriegs in ihren Genuss kamen?
Mit Beiträgen von u.a. Anne Applebaum, Wladyslaw Bartoszewski, Marianne Birthler, Stéphane Courtois, Joachim Gauck, Sandra Kalniete, Ivan Krastev, Mart Laar, Horst Möller, Wolfgang Schäuble, Karl Schlögel, Richard Schröder, Karel Schwarzenberg, Radoslaw Sikorski, Vaira Vike-Freiberga
Herausgeber
Zsuzsa Breier wurde 1963 in Budapest geboren. Sie studierte Germanistik, Slawistik und Kulturwissenschaft in Ungarn, promovierte nach Forschungsaufenthalten in Heidelberg, Tübingen, Zürich und Bern 1991 über Max Frisch. Von 1992 bis 2005 war sie Dozentin für Neuere Deutsche Literatur an der Eötvös Lóránd Universität in Budapest, 2000 wechselte sie als Diplomatin für vier Jahre an die ungarischen Botschaft in Berlin. Seit 2004 leitet sie die von ihr gegründete Ost-West-Dialogplattform, die Gesellschaft DIALOG-KULTUR-EUROPA e.V. in Berlin. 2005 gab sie den Europa-Almanach heraus.
Adolf Muschg wurde 1934 in Zollikon bei Zürich geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Zürich und Cambridge und lehrte an Universitäten in Tokyo, Göttingen, Ithaca N.Y. und Genf. Von 1970-1999 war er Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der ETH Zürich. Für seinumfangreiches schriftstellerisches Werk wurde er u.a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Georg-Büchner-Preis, dem Grimmelshausen-Preis und mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 2003-2006 war er Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Sein bislang letzter Roman „Sax“ erschien 2010, sein Essayband „Was ist europäisch?“ 2005.
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