Richard Schröder

Philosoph, Theologe
Wo Macht vor Recht geht, ist ein Unrechtsstaat
Zu den Hinterlassenschaften des Kommunismus, die weiterwirken, gehört die Begriffsverwirrung, die er angerichtet hat, namentlich das Denken in den Systemalternativen Kapitalismus – Sozialismus. Ich nenne Beispiele.
Bei der ersten Sitzung der frei gewählten Volkskammer fanden alle Abgeordneten einen Brief auf ihrem Sitz, den ein besorgter Westberliner geschrieben hatte. Er beschwor uns, die DDR zu erhalten als Alternative zur kapitalistischen Bundesrepublik und als Chance für die wahre Demokratie.
Nach der Maueröffnung hat Lothar Bisky in der Filmhochschule,
deren Direktor er war, eine freie Diskussionsveranstaltung angesetzt. Thema:
„Wieviel Demokratie braucht die Diktatur?“ Man muss sich erinnern, dass die SED
ihre Herrschaftsform ja ganz offiziell Diktatur des Proletariats nannte und
diese als die vollendete Demokratie ausgab. In Wahrheit sind Diktatur und
Demokratie selbstverständlich Gegensätze....
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