doppelgedächtnis: debatten für europa 2
24. April 2008, Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino
| Edward Lucas | Tibor Pichler |
| Mittel- und Osteuropa-Korrespondent "The Economist" | Philosoph Slowakische Akademie der Wissenschaften |
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| zur Person | zur Person Rede |
Lesen Sie den Beitrag in der Anthologie Freiheit, ach Freiheit...

Gesprächsleiterin Zsuzsa Breier
Im Rahmen der Reihe "Doppelgedächtnis: Debatten für Europa" stand am 25. April 2008 im Deutschen Historischen Museum in Berlin folgende Fragestellung im Mittelpunkt der Diskussion: Inwieweit bestimmt der Umgang mit der europäischen Geschichte die heutigen aktuellen Entwicklungen in Europa?
Für die zweite Veranstaltung dieser Gesprächsreihe waren dazu Tibor Pichler, Direktor des Instituts für Philosophie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, und Edward Lucas, Redakteur und Korrespondent für Zentral- und Osteuropa (The Economist) aus Großbritannien als Gäste geladen.
Beide unterstrichen in ihren Redebeiträgen, dass es unzulässig sei, sich im Hinblick auf die weitere Ausgestaltung Europas lediglich spezifisch, einseitig oder unvollständig mit der jeweiligen nationalen, als auch mit der europäischen Geschichte auseinander zusetzen.
Nach Tibor Pichler ist für den Prozess der „Europäisierung“ osteuropäischer Staaten durch ihren Beitritt zur Europäischen Union die Hinterfragung des nationalen Gedächtnisses von großer Bedeutung, wobei bei Erinnerungsprozessen immer auch das Verdrehen und Verändern von geschichtlichen Erinnerungen im Laufe der Zeit mitgedacht werden müssen.
Seiner Ansicht nach ist Erinnerungskultur kein starrer, sondern vielmehr ein beweglicher Prozess, der immer wieder neu gestaltet wird, und ganz besonders dann, wenn die Gegenstände und Subjekte der Erinnerung erneut in die öffentlichen Diskussionen gelangen.
Edward Lucas verweist darauf, dass die im Zuge der Erinnerung von Geschichte verwendeten Analogien nicht nur einen spezifischen Umgang mit der Geschichte darstellen sondern darüber hinaus auch einen äußerst wirkungsvollen. Für eine „gesunde Befindlichkeit“ im heutigen Europa stellen seiner Ansicht nach nicht nur die kritische Reflexion der eigenen nationalen Geschichtserfahrung und –bewertung zwingend notwendig, sondern auch die Auseinandersetzung mit anderen Erinnerungen an die Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts in den osteuropäischen Staaten.
Im anschließenden Gespräch unter der Leitung der Veranstaltungsinitiatorin Zsuzsa Breier, stellten sich die Redner u.a. auch den Fragestellungen von Carolin Egelseer, die als Vertreterin der „Stimme des jungen Europa“ vom Studienkolleg zu Berlin an der Debatte teilnahm.
Für die zweite Veranstaltung dieser Gesprächsreihe waren dazu Tibor Pichler, Direktor des Instituts für Philosophie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, und Edward Lucas, Redakteur und Korrespondent für Zentral- und Osteuropa (The Economist) aus Großbritannien als Gäste geladen.
Beide unterstrichen in ihren Redebeiträgen, dass es unzulässig sei, sich im Hinblick auf die weitere Ausgestaltung Europas lediglich spezifisch, einseitig oder unvollständig mit der jeweiligen nationalen, als auch mit der europäischen Geschichte auseinander zusetzen.
Nach Tibor Pichler ist für den Prozess der „Europäisierung“ osteuropäischer Staaten durch ihren Beitritt zur Europäischen Union die Hinterfragung des nationalen Gedächtnisses von großer Bedeutung, wobei bei Erinnerungsprozessen immer auch das Verdrehen und Verändern von geschichtlichen Erinnerungen im Laufe der Zeit mitgedacht werden müssen.
Seiner Ansicht nach ist Erinnerungskultur kein starrer, sondern vielmehr ein beweglicher Prozess, der immer wieder neu gestaltet wird, und ganz besonders dann, wenn die Gegenstände und Subjekte der Erinnerung erneut in die öffentlichen Diskussionen gelangen.
Edward Lucas verweist darauf, dass die im Zuge der Erinnerung von Geschichte verwendeten Analogien nicht nur einen spezifischen Umgang mit der Geschichte darstellen sondern darüber hinaus auch einen äußerst wirkungsvollen. Für eine „gesunde Befindlichkeit“ im heutigen Europa stellen seiner Ansicht nach nicht nur die kritische Reflexion der eigenen nationalen Geschichtserfahrung und –bewertung zwingend notwendig, sondern auch die Auseinandersetzung mit anderen Erinnerungen an die Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts in den osteuropäischen Staaten.
Im anschließenden Gespräch unter der Leitung der Veranstaltungsinitiatorin Zsuzsa Breier, stellten sich die Redner u.a. auch den Fragestellungen von Carolin Egelseer, die als Vertreterin der „Stimme des jungen Europa“ vom Studienkolleg zu Berlin an der Debatte teilnahm.
| Tibor Pichler: „Die Aufarbeitung der Vergangenheit schließt eine wichtige Erinnerung mit ein - die Erinnerung an Verdrehungen der Wirklichkeit durch aufgezwungene Ideologie und Missbrauch der Sprache.“ „Europäisierung impliziert auch Geisteshaltung und zu ihr gehört unabdingbar auch der Umgang mit der Geschichte, mit dem Gedächtnis...“ |
Edward Lucas: „Nur durch Selbstkritik bezüglich unserer eigenen Geschichte, kommen wir in die Lage, uns über die Geschichte von anderen glaubwürdig zu äußern. Wenn unsere Vergangenheitsbewältigung mangelhaft oder einseitig ist, können wir nicht von anderen erwarten dass sie die schmerzhaftesten Fragen ihrer eigenen Geschichte ansprechen.“ |
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weitere Redner
![]() Caroline Egelseer, "Stimme des jungen Europa" | ![]() Monika Flacke, Deutsches Historisches Museum |
![]() Frank D. Hildebrandt von Salans LLP |
der Empfang
![]() Tibor Pichler im Gespräch mit M. Eichel | ![]() Peter Ilcik, Leiter des Slowakischen Instituts, Hanna Nogossek, Dt. Histor. Museum |
![]() Monika Flacke, Dt. Histor. Museum | ![]() Maria-Luise Schneider und Johannes Hampel mit Edward Lucas |
![]() Thomas Kurze, Henrike Kurze, Sabine Jung | ![]() Sabine Jung, Caroline Egelseer und Thomas Kurze |
StudentInnen der HU Berlin
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alle Fotos ©AKUD/LARS REIMANN, akud@akud.com

















